Sollten Fitnessstudios auch als systemrelevant eingestuft werden?

By Melania Armento

Published 18 Dezember 2020

Die globale Pandemie erzwingt weiterhin ungewollte Veränderungen in fast jedem Bereich unseres Alltagslebens.

Einer der umstritteneren Aspekte der verschiedenen Schließungen im Rahmen des landesweiten Lockdowns ist auch die Schließung von Fitnessstudios und Fitnessclubs.

Um selber dazu beizutragen, dass die Infektionskurve abflacht, versuchen viele Fitnessstudio-Mitglieder das Richtige zu tun und ihre Routinen zu ändern, um mehr zu Hause oder in der Freizeit im Freien zu trainieren.

Das war für einige ausreichend, ließ aber andere ohne Platz, um ihre Gesundheits- und Fitnessbemühungen wirklich fortzusetzen, da es wirklich keinen Ersatz für die Erfahrung und Atmosphäre eines Fitnessstudios selbst gibt.

Aber seit wir mehr über diesen Virus und die verschiedenen chronischen Krankheiten erfahren haben, die das Auftreten von schweren Komplikationen wahrscheinlicher machen, sollten wir auch erkennen, dass die körperliche Gesundheit unerlässlich ist.

Im Zuge der steigenden Infektionszahlen, müssen Fitnessstudios jedoch vorerst weiterhin ihre Türen geschlossen halten. Es stellt sich die Frage: Sollten Fitnessstudios als systemrelevante Einrichtungen angesehen werden?

Die Vorteile der Wiedereröffnung von Fitnessstudios

Der einfachste Punkt ist die Tatsache, dass Fitnessclubs und Fitnessstudios den Menschen helfen, gesund zu bleiben. Körperliche Aktivität hat eine fast unendliche Anzahl von Vorteilen, die weit über den Muskelaufbau und die Unterstützung starker Knochen hinausgehen.

Wie wir alle wissen, kann Sport chronische Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Herzkrankheiten und Bluthochdruck vorbeugen und bekämpfen, ganz zu schweigen von seiner Rolle im Kampf gegen Fettleibigkeit.

Und auch wenn diese Vorteile nichts Neues sind, so sind sie doch von erhöhter Bedeutung, jetzt, da wir erkennen, dass diejenigen mit chronischen Krankheiten einem viel höheren Risiko ausgesetzt sind, wenn es um Komplikationen, Krankenhausaufenthalte und sogar den Tod durch COVID-19 geht.

Tatsache ist, dass es Millionen von Menschen gibt – in Deutschland ist laut des Instituts für Allgemeinmedizin der Goethe Universität Frankfurt mehr als jeder zweite Erwachsene betroffen – die mit dieser Art von chronischen Krankheiten zu kämpfen haben, die sie einem erhöhten Risiko für die schwersten Komplikationen von COVID-19 aussetzen.

Das sind genau die Leute, die am meisten zu gewinnen haben, wenn es darum geht, dass Fitnessstudios und Fitnessclubs ihre Türen offen halten.

Förderung eines gesunden Lebensstils

Während gesundheitliche Komplikationen, die von chronischen Krankheiten verursacht werden, in den USA schon seit geraumer Zeit ein Thema sind, ist es jetzt wichtiger denn je, dass wir mehr Wert auf gute Ernährung, körperliche Aktivität, die richtige Funktion des Immunsystems und die Vermeidung einer sitzenden Lebensweise legen.

Sportforscher kommen zu dem Ergebnis, dass Sport wie eine Impfung für das Immunsystem sei und somit auch die Wahrscheinlichkeit eines schweren COVID-19-Verlaufs vermindern kann.

Gehören Fitnessstudios also in die gleiche Kategorie wie Supermärkte, Apotheken und andere Einrichtungen mit systemrelevanten Status?

Kritiker mögen zwar sagen, dass die Menschen durch das Training zu Hause oder sogar einfach draußen körperlich aktiv bleiben können, aber abgesehen davon, dass viele Menschen keinen Platz für so etwas haben oder nicht einmal über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, sich Fitnessgeräte für zu Hause anzuschaffen, ist der Punkt, dass sie es nicht sind.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage in den USA der International Health, Racquet & Sportsclub Association (IHRSA), ‘The COVID Era Fitness Consumer‘, hat ergeben, dass 53% der Befragten öfter Spaziergänge im Freien unternommen haben als vor dem COVID-Lockdown. Trotzdem haben nur 29% der Befragten Fitnessgeräte gekauft.

Vielleicht noch aufschlussreicher ist, dass 50 % dieser Fitnessstudio-Besucher mit ihren neuen DIY-Fitnessroutinen unzufrieden sind. 54 % fanden sie weniger herausfordernd und 53 % waren insgesamt weniger beständig in ihrem Training.

Fitnessstudios treiben Infektionszahlen kaum nach oben

Während wir uns für das Recht der Fitnessstudios einsetzen, in die Kategorie der systemrelevanten Einrichtungen aufgenommen zu werden, wäre es nachlässig, die Tatsache nicht zu erwähnen, dass die Daten zeigen, dass Fitnessstudios kaum für die Verbreitung des COVID-19 Virus verantwortlich sind.

In der Tat haben verschiedene Studien in Europa und den USA gezeigt, dass Fitnessstudios kaum zur Verbreitung von COVID-19 beitragen.

Tatsache ist, dass Fitnessstudios und Fitnesscenter sehr unterschiedlich sind, sowohl in Bezug auf die Belüftung als auch auf den verfügbaren Platz für Mindestabstände.

Wenn von Beschränkungen und Lockdowns die Rede ist, kann man unmöglich argumentieren, dass alle Fitnessstudios zur Schließung gezwungen werden sollten. Man kann aufgrund ihrer unterschiedlichen Größe kaum behaupten, dass Fitnessstudios im Großen und Ganzen eine gefährliche Infektionsquelle darstellen.

Fitnessstudios haben sicherlich das Gefühl, dass sie der Öffentlichkeit einen wesentlichen Dienst erweisen, und solange sie alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen, Sicherheits- und Desinfektionsprotokolle einhalten und sich an strenge Reinigungsrichtlinien halten, um das Risiko der Verbreitung von COVID-19 zu reduzieren, sollten sie geöffnet bleiben dürfen.

Die gesamte Fitness-Branche konzentriert sich darauf, die öffentliche Gesundheit zu verbessern, nicht sie zu gefährden.

Nicht nur relevant, sondern unerlässlich

Wenn wir uns für den systemrelevanten Status von Fitnessstudios und Fitnesscentern aussprechen, dann haben wir uns damit befasst, wie wichtig sie für die allgemeine körperliche Gesundheit sind – aber wir haben noch nicht über die psychische Gesundheit gesprochen.

Wenn es um geistige und emotionale Gesundheit geht, gibt es reichlich Forschung, die zeigt, wie wichtig Bewegung und körperliche Aktivität für den Umgang mit Depressionen, Ängsten und sogar kognitivem Abbau sind.

Und genau wie bei den körperlichen Vorteilen sind diese positiven Effekte von körperlicher Aktivität immer wichtig, aber vielleicht noch mehr in der Ära von COVID-19, in der so viele von Freunden und Familie ins Haus gezwungen und isoliert werden.

Pandemiebedingter Stress, Angst, Furcht und Einsamkeit haben die psychische Gesundheit auf der ganzen Welt stark beeinträchtigt, mit erhöhten Raten an Angst und Unruhe, aber auch Einsamkeit und Depressionen. 

Die Möglichkeit, in das örtliche Fitnessstudio zu gehen, um nicht nur aktiv zu bleiben, sondern auch Routinen fortzusetzen, die Stress abbauen, kann einen positiveren Einfluss haben, wie jeder von uns weiß.

Körperliche Aktivität ist heute wichtiger denn je, um Herz und Kreislauf in Schwung zu bringen, unsere Abwehrkräfte zu stärken und auch unserer Psyche etwas gutes zu tun.

COVID-19 hat aufgedeckt, wie ungesund unser Lebensstil geworden ist und wie chronische Krankheiten, die zu einem großen Teil auf Inaktivität zurückzuführen sind, Schuld daran sind.

Fitnessstudios spielen eine wesentliche Rolle bei der Förderung des körperlichen, mentalen und emotionalen Wohlbefindens.

Melania Armento

Melania is a SEO specialist at Virtuagym, one of the leading innovators in the digital health and fitness industry. With 6+ years experience in marketing, she loves fitness, ranking keywords with high monthly search volume, as well as taking advantages of long summer days and warm weather.

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